Kellerwand von innen abdichten

Abdichtungsverfahren im Vergleich (Ausführungspreise)

Abdichtungen gegen aufsteigende Feuchtigkeit lassen sich in drei verschiedene Gruppen einteilen:

• die mechanische Abdichtung

• die Abdichtung mittelsInjektionsverfahren

• sowie die Abdichtung mit elektronischen (elektrischen)Sperrsystemen.

Elektrische-/Elektronische Systeme

Grundgedanke der Abdichtung mit elektrischen oder elektronischen Systemen ist, dass man Wasser mit Hilfe von Strom ab bzw. umlenken kann. Dazu gibt es verschiedene Lösungsansätze, die teils mit anliegendem Strom, Induktion oder Funkwellen arbeiten.\

Elektroosmose

Die bekannteste Methode ist die sogenannte Elektroosmose. Bei der Elektroosmose wird im Mauerwerk ein Feld aus Gleichstrom erzeugt. Auf diese Art soll das Wasser aus den Kapillaren nach unten gedrückt werden. Bei diesem Vorgang finden durch vorhandene Mauersalze allerdings auch einige ungewollte chemische Vorgänge im Mauerwerk statt, welche unter anderem schädliches Chlorgas freisetzen können. Ein Nachteil dieses Verfahrens entsteht also schon direkt durch dessen Wirkungsweise. Sobald das Mauerwerk anfängt abzutrocknen reißt durch das fehlende Wasser die elektrische Leitfähigkeit ab, und das Wasser beginnt erneut zu steigen.

Funkelektroosmose

Bei der Funkelektroosmose soll durch Einwirkung von Funkwellen das Kapillarwasser nach unten gedrückt und dort gehalten werden.

Ein unabhängiger wissenschaftlicher Nachweis über die Funktionsfähigkeit dieser Methode konnte noch nicht geführt werden.

Mechanische Abdichtungen

Bei mechanischen Sperren wird durch das Einlegen von Dichtungsbahnen oder das Einschlagen von Blechen der kapillare Wassertransport unterbunden.

Mechanische Sperren sind durch die Trennung des Mauerwerkes immer ein erheblicher statischer Eingriff in die ohnehin durch Feuchtigkeit geschwächte Struktur eines Gebäudes. Weiterhin ist die Gefahr der Bildung von Setzungsrissen sehr hoch.

Diese Verfahren sollten daher nie ohne vorherige Begutachtung durch einen Statiker erfolgen.

Mauersägeverfahren

Bei diesem Verfahren wird abschnittsweise die Mörtelfuge mit einer Mauersäge herausgesägt und verschiedene Arten von Abdichtungsbahnen eingelegt. Dies können Bitumenbahn oder Bahnen aus PEFolie sein. Anschließend wird durch Einschlagen von Keilen das Mauerwerk wieder abgefangen und die restlichen Hohlräume mit Quellmörtel verfüllt.

Dieses Verfahren kann nicht bei Gebäuden mit starker Grundwasserbelastung oder nicht durchgehender Mörtelfuge angewendet werden.

Die Herstellung eines Höhenversatzes ist ebenfalls nicht möglich.

Haltbarkeit: ca. 25 – 60 Jahre je nach Belastung

Diamantseilsägeverfahren

Das Diamantseilsägeverfahren ist äußerst kostenintensiv. Es kommt zum Einsatz wenn keine Lagerfuge vorhanden ist. Beispiele hierfür sind Stampfbeton- oder Natursteinwände.

Im Gegensatz zum Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk durch Schleifen mit diamantbesetzen Seilen oder Sägeblättern getrennt. Diese Diamanten müssen permanent mit Wasser gekühlt werden, um nicht zu verbrennen. Aus diesem Grund ist die Anwendung dieses Verfahrens ausschließlich im Rohbauzustand mit entsprechender Kühlwasserabführung anwendbar. Wie beim Mauersägeverfahren werden anschließend die Dichtungsbahnen eingelegt und Keile eingeschlagen. Anschließend wird der Rest der Fuge mit Mörtel verpresst.

Haltbarkeit: ca. 25 – 60 Jahre je nach Belastung

Einschlag-/ Rammverfahren

Bei dem Einschlagverfahren oder Rammverfahren werden mit Pressluft verschiedene Arten von geriffelten Blechen (verzinkter bzw. verchromter Stahl oder Edelstahl) durch die Lagerfuge geschlagen.

Aufgrund der starken Erschütterungen während des Schlagvorganges ist dieses Verfahren ausschließlich für absolut intakte Mauerwerke geeignet.

Je nach Qualität der verwendeten Bleche (Durchrostung durch Kapillarwasser und Mauerwerkssalze) erreichen diese Sperren eine Haltbarkeit von 10-15 Jahren.

Haltbarkeit: ca. 10 – 30 Jahre je nach Belastung

Mauerwerksaustausch

Die älteste Form der nachträglichen Horizontalabdichtung ist der Mauerwerksaustausch.

Dabei wird abschnittweise Mauerwerk im abzudichtenden Bereich herausgebrochen und nach Einlegen von Abdichtungsbahnen wieder neu aufgemauert.

Dieses Verfahren ist sehr zeitintensiv, da neue Abschnitte erst nach mehreren Tagen (Abbinden und statischer Standfestigkeit des neu aufgemauerten Mauerwerkes) bearbeitet werden können.

Haltbarkeit: ca. 25 – 60 Jahre je nach Belastung und Art der Sperrbahn

Abdichtungen im Injektionsverfahren

Bei der Abdichtung im Injektionsverfahren wird der Wirkstoff über Bohrlöcher mittels Druck in das Mauerwerk eingebracht.

Es gibt auf dem Markt verschiedene Mittel, welche sich teils gravierend hinsichtlich Wirksamkeit und Haltbarkeit unterscheiden.

Injektionsverfahren mit porenverstopfender Wirkung

Verkieselungssperren

Verkieselungssperren sind bereits seit vielen Jahrzehnten auf dem Markt und wurden ursprünglich zur Abdichtung von Wassereinbrüchen verwendet. Sie wirken also verstopfend.

Aus Mangel an Alternativen wurden Verkieselungen auch zur Beseitigung von aufsteigender Feuchtigkeit verwendet.

Verkieselungen werden meist drucklos über große Injektionslöcher (mit Trichtern) bis zur Sättigung in das Mauerwerk eingebracht, wobei vorher nicht genau ermittelt werden kann, wann eine Sättigung erreicht ist, die eine funktionsfähige Horizontalsperre herstellt.

Verkieselungen sind chemisch instabil und zerfallen innerhalb weniger Jahre. Eine Verkieselung kann laut Herstellerangaben nur bis zu einer Mauerwerksdurchfeuchtung von 40 % bis ca. 65% durchgeführt werden, da sonst keine Reaktion mehr im Mauerwerk stattfindet.

Verkieselungslösungen sind stark ätzend und dürfen nur mit entsprechender Schutzausrüstung durchgeführt werden. Vorgegeben wird von den meisten Herstellern eine zweireihige Bohrlochkette mit Bohrlochabstand von ca. 10 cm.

Da die porenverstopfende Wirkung zeitlich begrenzt ist und am Markt sehr unterschiedliche Qualitäten diverser Hersteller im Angebot sind, wird meistens zusätzlich ein Sperr- und Dichtputzsystem angeraten.

Haltbarkeit: ca. 5 – 10 Jahre je nach Belastung

Gelsperren

Genau wie Verkieselungssperren wirken Gelsperren Poren verstopfend, womit der kapillare Wassertransport über die Mauerwerksporen unterbunden werden soll. Ursprünglich kommt die Entwicklung der Gelsperren aus dem Bereich Tunnelbau, da Gelsperren günstig in der Herstellung sind und eine kurze Haltbarkeit im Tunnelbau ausreichend ist.

Gelsperren bestehen meist aus Acrylaten sowie Reaktionssalzen, die in Verbindung mit Wasser ein Gel bilden. Das Material wird unter Druck mit einem Bohrlochabstand von ca. 10 cm in die Wand eingebracht. Da dieses Gel zum Großteil aus Wasser besteht schrumpft es, sobald das Mauerwerk abzutrocknen beginnt. Somit lässt die Wirksamkeit der Sperre schnell nach und im Laufe der Zeit wird sie komplett wirkungslos. Es bleiben danach lediglich die mit der Sperre eingebrachten Reaktionssalze und Acrylate zurück. Diese Stoffe waren vorher nicht vorhanden und sind funktionslos.

Haltbarkeit: ca. 5 – 10 Jahre je nach Belastung

Paraffinheißsperren

Für dieses Verfahren muss vor der Verwendung des Injektionsmittels, welches aus festem Paraffin besteht, das Mauerwerk mit Heizstäben auf ca. 100°C erhitzt werden. Das vorhandene Porenwasser muss verdunsten, da sonst das geschmolzene Paraffin (ca. 150°C) bei der Injektion sofort wieder erstarren würde. Eine Verteilung im Mauerwerk ist dann nicht möglich.

Dieses Verfahren ist äußerst energieintensiv und kann nicht angewendet werden, wenn an der Außenseite der zu behandelnden Wand eine bituminöse Abdichtung angebracht ist, da diese zerstört würde. Dies kann auch eine Perimeterdämmungbetreffen.

Ebenso sind die Eckverbindungen von Mauerteilen in der Praxis anfällig für eine Umwanderung der eingebrachten Paraffinheißsperren. In der Regel werden daher von Anbietern dieser Methode dann auch Sperr- und Dichtputzsysteme zusätzlich angebracht.

Haltbarkeit: ca. 10 – 20 Jahre je nach Belastung

Harzsperren

PU- oder EP-Harze werden hauptsächlich zur Abdichtung von Wassereinbrüchen verwendet. Hierbei spricht man von Druckwasserabdichtungen.

Da diese Harze sehr dickflüssig sind und meist sofort nach Wasserkontakt beginnen zu reagieren, ist es nicht möglich, eine ausreichende Verteilung im Mauerwerk zu erreichen. Diese ist aber nötig, um eine ordnungsgemäße Horizontalsperre herzustellen, welche eine kapillare Durchfeuchtung unterbinden soll.

Haltbarkeit: ca. 5 – 10 Jahre je nach Belastung

Hydrophobierende Injektionsverfahren

Sperren aus Silikonmikroemulsion (SMK)

SMK Sperren bestehen aus einem Konzentrat aus Silikonharzen. Sie müssen vor der Verarbeitung mit Wasser in eine Emulsion verdünnt werden.

Hierbei übernimmt das Wasser die Transportfunktion des Wirkstoffes. Bei einem wassergesättigten Mauerwerk muss die Emulsion also mit viel Druck das vorhandene Porenwasser verdrängen, um überhaupt eine funktionsfähige Abdichtung ausbilden zu können.

Die Herstellerangaben für den Bohrlochabstand der Injektionsbohrungen betragen zwischen 10 cm - 12,5 cm. Einige Hersteller empfehlen zusätzlich eine zweireihige Bohrlochkette.

Problematisch wird die Verwendung von SMK-Lösungen, wenn bereits viel Wasser in den Kapillarporen vorhanden ist, dadurch die eingebrachte Emulsion zusätzlich im Mauerwerk verdünnt und damit die Wirkung entsprechend reduziert wird.

SMK-Sperren der meisten Hersteller können bis zu einer Mauerwerksdurchfeuchtung von ca. 65 % verwendet werden. Einige Hersteller geben auch eine Verwendung an für höhere Durchfeuchtungen, empfehlen dann jedoch eine Vortrocknung mit heißer Luft bzw. eine zusätzliche Injektion von Kieselsäure als Aktivator, was natürlich jeweils zusätzlichen Aufwand und Kosten verursacht.

Da die Wirkungsdauer der meisten SMK-Lösungen begrenzt ist, werden in der Praxis oft zusätzliche Sperrund Dichtputzsysteme angebracht.

Haltbarkeit: ca. 5 – 15 Jahre je nach Belastung

Organisch – hydrophobierende Sperre SP-K Pro

Eine rein organische, hydrophobierende Sperre besteht aus dem eigentlichen Wirkstoff, einem speziellen Polymer, sowie der Trägerflüssigkeit aus hochreinem Paraffinöl in dem der Wirkstoff gelöst ist. Zu diesem Verfahren gibt es seit über 45 Jahren positive Erfahrungen in unterschiedlichenKlimazonen.

Durch die außerordentlich niedrige Oberflächenspannung der Lösung kann sich das Material selbst bei wassergesättigten Mauerwerksporen, also Durchfeuchtung > 90% optimal selbstständig im Mauerwerk verteilen. Eine aufwendige Vortrocknung, wie bei anderen Abdichtungsverfahren angeraten, entfällt. Die selbstständige Verteilung der Lösung im Mauerwerk kann so stark sein, dass die Injektionsbohrungen einiger Hersteller besonders schonend für das Mauerwerk im Abstand von bis zu 25 cm( 24er dicke des Steins) angelegt werden können. Andere Hersteller schreiben auch bei diesem Verfahren 7,5 – 12,5 cm Bohrlochabstand vor.

Aufgrund der selbständigen Verteilung, muss der leichte Einpressdruck nur während der Injektionszeit aufrechterhalten werden bzw. kann das Material auch selbstständig versickernd, also drucklos eingebracht werden.

Bei dem anschließenden Verteilungsprozess des Materials im Mauerwerk wird auf den Wandungen der Kapillarporen das Polymer dauerhaft angehaftet, welches dann langfristig wasserabweisend wirkt durch Änderung der Oberflächenspannung. Damit verliert auch das in der Wand befindliche Wasser seine Bindungsfähigkeit. Das sanierte Mauerteil kann dauerhaft austrocknen und im hydrophobierten Bereich kein weiteres Wasser aufnehmen.

Daher eignet sich dieses Verfahren besonders gut für eine horizontale, wie auch für eine vertikale Abdichtung. Dies ermöglicht eine Flächensperre ohne aufwendige Ausschachtung.

Da das Polymer als Wirkstoff nur wenige Moleküle dick ist, werden die Poren der Kapillaren nicht verstopft wie bei anderen Verfahren. Das Mauerwerk bleibt also diffusionsfähig und erhält, nachdem das Paraffinöl mit der Feuchtigkeit verdunstet ist, seine natürliche Fähigkeit zur Wärmedämmung zurück. Somit werden auch keinerlei Sperr- oder Dichtputzsysteme nötig.

Als zuverlässiger deutscher Hersteller garantiert die SchimmelPeter GmbH 25 Jahre Wirkungsdauer. Haltbarkeit: ca. 80 – 90 Jahre je nach Belastung.